Hinter den Kulissen des E-Rezept Schweiz Services: Einblick in die Grundsätze und Whitepaper

Sind Sie bereit für das E-Rezept?

Stefan Müller
Stefan Müller

Das E-Rezept ist ein Schlüsselelement der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Ärztinnen und Ärzten ermöglicht es die Eliminierung von Medienbrüchen im Medikationsprozess, Patientinnen und Patienten profitieren ebenso wie Apotheken. Dieser Beitrag erläutert die Vorteile von E-Rezepten und informiert über die E-Rezept Schweiz Initiative der FMH und pharmaSuisse.

Rezepte ausstellen gehört zum Arbeitsalltag von Ärztinnen und Ärzten. Wie handhaben Sie dies in Ihrer Praxis? Nutzen Sie den herkömmlichen Rezeptblock? Erstellen Sie die Rezepte am Computer und unterschreiben sie von Hand? Oder verwenden Sie bereits ein elektronisches Tool zum digitalen Signieren?

Die Möglichkeit E-Rezept Schweiz

Die Digitalisierung bringt unzählige neue Möglichkeiten mit sich, um den Arbeitsalltag effizienter zu gestalten – so auch die Möglichkeit E-Rezepte auszustellen. Diese wird bereits von vielen Ärztinnen und Ärzten genutzt. So stellen beispielsweise die 140 Gesundheitsfachpersonen der Telemedizin-Anbieterin Medgate seit Frühling 2025 Rezepte standardmässig in elektronischer Form aus. Weit mehr Gesundheitsfachpersonen arbeiten jedoch noch mit herkömmlichen Rezepten, was nicht weiter erstaunt: Bei den meisten von ihnen haben sich funktionierende Prozesse für das Ausstellen von Rezepten etabliert, sodass der Wunsch nach Veränderung nicht gross ist. Haben auch Sie sich schon gefragt, ob Ihnen die Nutzung von E-Rezepten Vorteile bringen könnte? Haben auch Sie schon darüber nachgedacht, ob es sich lohnen könne, Ihre bewährten Prozesse zu verändern?

Medienbrüche entfallen

E-Rezepte ermöglichen es, Rezepte mit wenigen Klicks direkt aus dem Praxisinformationssystem (PIS) zu erstellen und zu signieren. Bei vielen PIS kann, falls gewünscht, auch die MPA ein Rezept vorbereiten und der Ärztin oder dem Arzt zum Prüfen und Unterschreiben weitergeben. Somit entfallen Medienbrüche – es muss weder ausgedruckt noch von Hand unterschrieben werden. In vielen Fällen sparen Ärztinnen und Ärzte Zeit, wenn Sie mit E-Rezepten arbeiten, statt Rezepte in herkömmlicher Form auszustellen.

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Auch Patientinnen und Patienten profitieren

Erhalten Patientinnen und Patienten ihr E-Rezept in Form eines QR-Codes, können sie diesen ausdrucken oder auf ihrem Gerät (z.B. Smartphone) speichern. Somit haben sie das Rezept (fast) immer und überall bei sich, die Gefahr es zu verlieren oder zuhause zu vergessen wird minimiert. Benötigt eine Patientin oder ein Patient also beispielsweise in den Ferien in der Schweiz ein Medikament, kann sie oder er dieses schnell und einfach in jeder beliebigen Apotheke abholen.

Und die Apotheken?

Auch für Apotheken bietet das E-Rezept Vorteile, denn E-Rezepte sind einheitlich aufgebaut und enthalten alle relevanten Informationen – und das garantiert in leserlicher Form. Das erspart den Apotheken die manuelle Eingabe von Daten, erleichtert die Ausgabe von Medikamenten und verhindert Rückfragen beim Aussteller des Rezeptes. So wird auch das Fehlerrisiko minimiert.

E-Rezept Schweiz Initiative der FMH und pharmaSuisse

In der Schweiz haben die FMH (Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte) und pharmaSuisse (Schweizerischer Apothekerverband) sowie Healt Info Net AG (HIN) als Dienstleisterin die E-Rezept Schweiz Initiative ins Leben gerufen. Die entsprechenden HMG-konformen E-Rezepte sind heute bereits im Einsatz, bei ambulanten Leistungserbringern ebenso wie bei Spitälern wie beispielsweise bei HOCH Health Ostschweiz. Ziel der E-Rezept Schweiz Initiative ist es, bis 2029 das E-Rezept als neuen Standard zu etablieren.

Auf Apotheken-Seite haben bereits alle grossen Anbieter von Point-of-Sale-Systemen (POS) den Service integriert, was den Apotheken die sichere und effiziente Einlösung der entsprechenden E-Rezepte ermöglicht. Auch alle grossen Hersteller von Praxisinformationssystemen (PIS) für Arztpraxen, so beispielsweise die Ärztekasse, Vitodata, Kern Concept, Logival, Amétiq oder Axonlab, haben den Service bereits implementiert. Dadurch können E-Rezepte direkt im PIS ausgestellt werden, ohne dass zusätzliche Software oder ein separates Login erforderlich wären. Ein E-Rezept Schweiz kann ebenso schnell und komfortabel ausgestellt werden wie ein herkömmliches Rezept, ist dazu aber noch sicherer.

Mehr Fälschungssicherheit und Datenschutz

Das E-Rezept Schweiz ist fälschungssicherer als ein herkömmliches Rezept: Der E-Rezeptdatensatz kann nur von Personen signiert werden, die sich mittels einer validierten elektronischen Identität als Ärztin oder Arzt ausweisen. Eingelöst werden kann das E-Rezept wiederum ausschliesslich von Personen, die sich mittels einer elektronischen Identität als Apotheke, Apothekerin oder Apotheker authentisieren. Dieser Mechanismus kann nicht umgehen werden. Die Rezeptdaten sind in einem QR-Code auf dem E-Rezept hinterlegt. Zwar lässt sich ein QR-Code optisch relativ einfach nachstellen, doch ein gefälschter Code kann nicht auf die hinterlegten Informationen und Nachweise zugreifen und mit der Manipulation würde auch der #-Wert der signierten Rezeptdaten verändert, wodurch das E-Rezept nicht gültig wäre. Auch Mehrfacheinlösungen werden durch das E-Rezept Schweiz verhindert, da jede Medikamentenabgabe elektronisch registriert wird. Entscheidend ist deshalb, dass das E-Rezept in der Apotheke elektronisch eingelöst oder bei selbstdispensierenden Ärztinnen oder Ärzte eine Medikamentenabgabe ebenfalls im Service registriert wird. Nur so kann überprüft werden, ob die Visualisierung mit dem E-Rezeptdatensatz übereinstimmt und eine nachträgliche Manipulation zuverlässig erkannt wird. Die elektronische Einlösung stellt zudem sicher, dass sämtliche Bezüge zu einem E-Rezept vollständig und korrekt erfasst werden.

Möglichst gleichbleibende Prozesse

Veränderungen sind für viele von uns erst einmal mit Anstrengung und Aufwand verbunden. Wieso etwas Neues einführen, wenn die bestehende Lösung funktioniert? Es ist also verständlich, dass viele Ärztinnen und Ärzte sich fragen, ob sich eine Umstellung auf das E-Rezept wirklich lohnt. Der FMH und pharmaSuisse war es deshalb bei der Konzipierung ihrer Lösung ein wichtiges Anliegen, dass sich durch die Einführung ihres E-Rezepts die grundlegenden Abläufe für Ärzte, Apothekerinnen und Patienten kaum ändern – jedenfalls nicht zwingend. Die Lösung soll die herkömmlichen Rezepte ersetzen, ohne in die bewährten Abläufe einzugreifen, die regional und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein können.

Datenschutz beim E-Rezept Schweiz

Auf die Umsetzung des Datenschutzes wurde bei der Entwicklung des E-Rezept Schweiz Service höchste Priorität gelegt. Bei der Lösung werden keine sensiblen Patientendaten zentral gespeichert (Privacy by Design) und es wurde der etablierte Datenstandard CHMED16A genutzt. Dadurch wird das Risiko eines Datenlecks minimiert und die Kompatibilität und Interoperabilität maximiert. Zudem wurde nach dem Prinzip der Datensparsamkeit gearbeitet: Selbst für HIN, die den E-Rezept Schweiz Service bereitstellt, bleiben die Rezeptdaten nicht einsehbar, da die Daten rein lokal im E-Rezeptsdatensatz im QR-Code enthalten sind. Nur diejenigen Daten, die für die Weiterverarbeitung (z. B. Prüfung und Entwertung) erforderlich sind, werden in einem sicheren Rechenzentrum in der Schweiz gespeichert.

Digitalisierung vorantreiben

Das E-Rezept ist ein Schlüsselelement der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Es ermöglicht die digitale Zusammenarbeit aller am Prozess beteiligten Leistungserbringer und bringt – richtig umgesetzt – nicht nur Vorteile für Ärztinnen und Ärzte, sondern auch für Apotheken und Patientinnen und Patienten. Das E-Rezept Schweiz der FMH und pharmaSuisse soll bis Ende 2029 als neuer Standard im Schweizer Gesundheitswesen etabliert werden. Es lohnt sich, sich schon heute mit der Thematik zu befassen. Lernen auch Sie die Vorteile dieses Digitalisierungsschrittes kennen und tragen Sie dazu bei, die Digitalisierung im Schweizer Gesundheitswesen voranzutreiben. 

Stefan Müller
Autor: Stefan Müller - Senior Key Account Manager

Als Experte für unsere Anschlüsse informiere und berate ich Sie in meinen Beiträgen über Ihre Möglichkeiten genauso wie über neue Mitglieder der HIN Community. Lernen Sie mit mir die vielfältige HIN Community kennen und verpassen Sie keinen Ihrer Vorteile, die Sie mit dem HIN Anschluss geniessen.

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Nur wer Produkte und ihre Funktionen kennt, kann den Kunden bestmöglich beraten. Ich sehe mich bis heute nicht als Verkäufer, sondern als Berater. Im Kontakt mit Kunden stehe ich fortdauernd und innerhalb meiner Tätigkeit in vielerlei Rollen – dies nun schon seit 15 Jahren bei der HIN. Ich führe Kundengespräche vorzugsweise persönlich, nur so kann ich sicher sein, dass Sie nach der Beratung all Ihre Möglichkeiten kennen.

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Ganz persönlich
Privat zieht es mich ins Freie. Bei sportlichen Aktivitäten kann ich hervorragend meinen Kopf auslüften und das rund ums Jahr.  Vom rasanten Skifabfahrten über idyllisches Skitouring bis hin zum Inlineskaten, Biken, Kajak fahren und Stand up paddling, aber auch Yoga. Ausserdem bin ich begeistertes Mitglied im Sportclub und betreibe dort Fussball und Unihockey. Zwischendurch finde ich aber auch mal ruhige Stunden, in denen ich mich der Fotografie widme.

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