«Modern, einfach, sicher und intuitiv» – Stefan Geldreich vom Spitalverbund HOCH im Interview über das neue HIN Mail
Seit Mai 2025 ist das neue HIN Mail live. Wie funktioniert es in der Praxis? Wir haben mit Stefan Geldreich, Bereichsleiter Medizin-Informatik bei Health Ostschweiz (HOCH), gesprochen, einem der Pilotkunden, die HIN während der Entwicklung eng begleiteten.
HIN: Als Pilotkunde gehörten Sie zu den ersten Nutzern des neuen HIN Mail. Über Wochen haben Sie die Entwicklung begleitet. Hat das finale Produkt Ihre Erwartungen erfüllt?
Stefan Geldreich: Wir waren sehr gespannt und gleichzeitig optimistisch, weil wir die Entwicklungsschritte von HIN bereits kannten. Als wir die neue Lösung erstmals im Einsatz sahen, war die Erleichterung gross: Sie wirkt modern, aufgeräumt und erfüllt die hohen Anforderungen an Sicherheit, die wir als Zentrumsspital erwarten.
Das ist Musik in unseren Ohren. Das neue HIN Mail soll aber nicht nur gut aussehen und sicher sein, sondern auch eine einfache Nutzung aufweisen – sowohl für Sie als Sender als auch für Ihre Empfängerinnen. Haben Sie Feedback seitens Empfängerinnen und Empfängern erhalten?
Die wenigen Rückmeldungen waren überwiegend positiv. Besonders hervorgehoben wurde das aufgeräumte Design und die intuitivere Handhabung ohne unnötige Zwischenschritte. Wir werten dies als sehr positives Zeichen, gerade weil Patienten meist Rückmeldung geben, wenn etwas nicht optimal läuft oder es etwas zu verbessern gilt.
«Die Umstellung verlief so reibungslos, dass viele Mitarbeitende sie gar nicht bemerkt haben. Wir werten dies als sehr positives Zeichen!»
Und wie war der Tenor von Ihren Mitarbeitenden? Für Sie als Sender hat sich ja eigentlich von der Handhabung her nichts geändert, haben Ihre Mitarbeitenden die Umstellung überhaupt gemerkt?
Das ist das eigentlich Positive: Für unsere Mitarbeitenden war die Umstellung so reibungslos, dass viele sie gar nicht bemerkt haben – und genau das ist ein gutes Zeichen. Gerade auch, da praktisch keine Beschwerden von Patienten mehr eingingen. Im Hintergrund haben sich aber spürbare Verbesserungen ergeben, insbesondere bei der Stabilität und der Handhabung durch die Empfänger. Dass der HTML-Download entfällt und die Oberfläche moderner wirkt, erleichtert die Nutzung enorm und ist ganz in unserem Sinne Patienten möglichst leicht zugängliche digitale Services anzubieten. Nachteile konnten wir bislang keine feststellen.
Gibt es bestimmte Neuerungen, die Sie besonders schätzen?
Ja, die klare Struktur und die vereinfachten Prozesse sind hervorzuheben. Gerade die Reduktion unnötiger technischer Hürden bei gleichzeitig hoher Sicherheit ist für uns ein grosser Gewinn.
«Das neue HIN Mail kombiniert Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Die klare Struktur und die vereinfachten Prozesse sind für uns ein grosser Gewinn.»
Lassen Sie uns noch generell über die Technologie sprechen, die im Zusammenhang mit HIN Mail im Hintergrund eine wichtige Rolle spielt. HIN Mail stellt für Sie sicher, dass Sie sich beim Versand sensibler Daten per E-Mail keine Gedanken um Datensicherheit machen müssen, und hat für den noch besseren Schutz das System IPFS implementiert. Wie beurteilen Sie als Bereichsleiter Medizin-Informatik die technische Verbesserung für noch mehr Sicherheit?
Datensicherheit ist für uns ein zentrales Gut – gerade im Gesundheitswesen, wo wir mit hochsensiblen Daten arbeiten. Die Implementierung von IPFS ist ein wichtiger Schritt, um unsere Kommunikationskanäle noch robuster gegen unberechtigte Zugriffe zu machen. Dennoch ist es uns wichtig, unseren Patienten Services anzubieten, die leicht zugänglich sind – und wenn sich dies, wie in diesem Fall, optimal kombinieren lässt, ist das umso erfreulicher.
HIN wird IPFS auch für die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern einführen. Damit soll die digitale Zusammenarbeit noch einfacher und sorgenfreier möglich werden. Wie wichtig erachten Sie solche innovativen Schritte in der Digitalisierung des Gesundheitswesens?
In der Kommunikation zwischen den Leistungserbringern liegt noch viel Potenzial. Diese Schritte sind essenziell. Nur wenn wir sichere und gleichzeitig einfache Kommunikationswege haben, können wir sektorenübergreifend effizient arbeiten – und das kommt letztlich den Patientinnen und Patienten zugute.
Wie blicken Sie generell der Zukunft des digitalen Gesundheitswesens entgegen?
Mit Zuversicht und einer Portion Realismus. Die Potenziale sind enorm, aber der Weg erfordert enge Zusammenarbeit, Durchhaltevermögen, Interoperabilität und Datenverfügbarkeit, sowie ein klares Verständnis der klinischen Prozesse.
Wird sich aus Ihrer Sicht die Zusammenarbeit zwischen HIN und Spitälern weiter intensivieren?
Davon gehe ich aus. Über das neue Modell der Kollektivmitgliedschaft stehen Spitälern bereits heute Lösungen einsatzbereit zur Verfügung, welche Herausforderungen der Spitäler adressieren – sei es HIN Sign, SSHN, HIN Talk oder die Entwicklung rund um das E-Rezept.
Die genannten HIN Services sollen dem Gesundheitswesen helfen. Bräuchte es aus Ihrer Sicht noch andere Services oder sind die Weichen richtig gestellt?
Die Richtung stimmt: Es wurde erkannt, dass Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit Hand in Hand gehen müssen. Auch wurden in letzter Zeit gute Entscheidungen getroffen, was das Portfolio der Services angeht. Wichtig ist, dass künftige Services praxisnah entwickelt werden – am besten im engen Dialog mit Spitälern, Praxen und anderen Leistungserbringern.
Stefan Geldreich ist Bereichsleiter Medizin-Informatik und Mitglied der Führung des Departement IT bei HOCH (Health Ostschweiz). Geldreich gestaltet die digitale Zukunft des Spitals mit Leidenschaft und Weitblick. Als studierter Medizininformiker verbindet er technisches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Bedürfnisse von Mitarbeitenden und Patienten – und setzt auf Lösungen, die Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit in Einklang bringen.