«Ich bin mit viel Freude und Herzblut MPA und MPK»

Interlaken
MPA arbeiten tagtäglich mit den Lösungen von HIN. Oft sind sie es, die HIN Mail einrichten und bei Fragen den HIN Support anrufen. Deshalb möchten wir mehr über den Arbeitsalltag einer MPA und MPK erfahren. Im Interview sprechen wir mit Stefanie Marti über die Vielseitigkeit ihres Jobs und den Nutzen digitaler Lösungen.
Janine: Bei meinen Arztbesuchen werde ich jeweils von einer MPA willkommen geheissen und auch meine Folgetermine mache ich mit ihr aus. Welche weiteren Aufgaben haben MPA?Stefanie: MPA ist ein sehr abwechslungsreicher und spannender Beruf. Wir haben vielfältige Arbeitsbereiche in der Praxis: Wir organisieren die Sprechstunde, führen Telefonberatungen durch, arbeiten im Labor und röntgen. Wir unterstützen die Ärzte bei der Betreuung der Patienten, helfen mit bei kleinchirurgischen Eingriffen und sind für administrative Arbeiten zuständig…Und neben all diesen Aufgaben bist du auch noch Medizinische Praxiskoordinatorin?Genau, als MPK klinischer Richtung habe ich meine eigenen Sprechstunden. Ich betreue Diabetespatienten und meine Kolleginnen bieten zudem Rauchstopp, Wund- und Impfberatungen an. Hausärztemangel ist heute ein grosses Thema. Wir MPK unterstützen das Ärzteteam in der Betreuung chronisch kranker Patienten und können so entlasten. Zudem kommen die Leute gerne zu uns in die Beratungen, da sie uns aus dem Praxisalltag bereits kennen.
Nathalie Brechbühler, Leiterin HR
Stefanie Marti ist Leitende MPA, Medizinische Praxiskoordinatorin und Diabetes-Betreuerin in der Stedtli-Praxis in Unterseen.

« MPA ist ein sehr abwechslungsreicher und spannender Beruf. »

Wie kann ich mir eine solche Beratung vorstellen?In unseren Sprechstunden entwickeln wir MPK gemeinsam mit den Patienten Strategien und mobilisieren Ressourcen, damit die Betroffenen ihr Gesundheitsverhalten verbessern können. Es ist hilfreich herauszufinden, wie wenig es teilweise braucht, damit sich gewisse Werte deutlich verbessern und sie die Erkrankung besser im Griff haben.Dein Job klingt in der Tat vielseitig. Doch ist es nicht stressig, all diese verschiedenen Arbeiten zu erledigen?
Ja, mein Alltag ist manchmal hektisch, aber das ist bei uns ein Stück weit Daily Business. Wir haben gelernt damit umzugehen. Die Abwechslung macht unsere Arbeit auch spannend. Mit einer guten Arbeitsplanung und Praxisorganisation meistern wir die täglichen Herausforderungen – und wir geben immer als Team unser Bestes. Da wir so viele Bereiche abdecken dürfen, ist jeder im Team jeweils in einem Arbeitsbereich tätig und dafür verantwortlich, wobei die Aufgaben immer wieder wechseln. Die Digitalisierung hilft sicher auch mit, dass wir bei gewissen Arbeiten heute schneller sind. Wenn ich an die ganzen Berge von Papier-Krankengeschichten denke, die früher so typisch für Praxen waren…Kannst du mir ein Beispiel nennen, wie digitale Hilfsmittel euch im Alltag unterstützen?Sehr nützlich sind die Schnittstellen unserer Praxissoftware zu unserem eigenen sowie unserem externen Labor: Laborwerte werden dadurch direkt in die Praxissoftware importiert und beim Patienten abgelegt. Das geht viel schneller als früher, als wir die Werte von Hand eintragen mussten. Und unserem Röntgengerät können wir die Personalien der Patienten aus der Praxissoftware übermitteln. So können wir beim Röntgen gleich anfangen, statt zuerst Daten manuell einzutragen.

« Durch die Digitalisierung sind wir bei vielen Aufgaben heute schneller als früher. »

Musst du denn überhaupt noch Dokumente per Post versenden?Die Kommunikation mit Behandlungspartnern wickeln wir immer über HIN Mail ab, Rezepte können wir direkt aus unserer Praxissoftware an externe Apotheken übermitteln. Trotzdem kommt es noch vor, dass wir Unterlagen per Post erhalten oder versenden. Gewissen Behandlungspartnern und Patienten ist das lieber. Nicht jede und jeder ist im digitalen Zeitalter angekommen und gewisse Leute entscheiden sich auch bewusst für das Altbewährte.Trotz digitaler Lösungen höre ich immer wieder, dass die Administration in Arztpraxen extrem aufwändig ist. Wie erlebst du dies?Die Administration hat wirklich zugenommen. Denn Versicherungen, Krankenkassen und Behandlungspartner benötigen heute schneller Zeugnisse, Verlaufsberichte, Überweisungen oder sonstige Dokumente als früher. Es müssen also per se mehr Dokumente ausgestellt werden. Zudem gibt es heute viele verschiedenen Kommunikationskanäle, die wir MPA bedienen: das Telefon, die Arztsprechstunde, das E-Mail, allfällige Online-Kommunikationstools… Das ist schon ein Aufwand.

« Kann ich einem Patienten zeigen, wie wenig es teilweise braucht, damit sich gewisse Werte verbessern, bewirkt das viel. »

Was sind für dich die grössten Herausforderungen im Arbeitsalltag?Manchmal soll ich dem Arzt assistieren, das Telefon abnehmen und gleichzeitig betritt noch ein Patient die Praxis. Dem allen gerecht zu werden, das ist schon herausfordernd. Nicht den Kopf zu verlieren und den Überblick zu behalten ist eine Challenge. Aber wie schon erwähnt, ist diese Vielseitigkeit eben auch etwas vom Schönen an meinem Beruf. Eine weitere Herausforderung ist es, in der Praxis eine hohe Arbeitsqualität halten zu können. Wir sind eine Lehrpraxis und bilden pro Jahr eine Lernende aus. Dass das Fehlerniveau tief bleibt, bedingt eine gute Begleitung und sehr genaue Instruktionen. Das gelingt uns vor allem durch unser kompetentes Team.Und was gefällt dir am besten an deinem Beruf?Ich mag den Mix, den ich mir erarbeitet habe: Ich bin MPA, MPK, darf gleichzeitig die Leitung eines Teams übernehmen und zur Weiterentwicklung der Arbeitsprozesse in der Praxis beitragen. Es freut mich enorm, dass ich auch in der Geschäftsleitung und im Verwaltungsrat die Sicht der MPA einbringen darf. Zudem mag ich die Beratungen, die ich als MPK anbieten kann. Die Patienten vertrauen mir viel an, ich bekomme Einblick in ihr Leben. Und darauf basierend entwickeln wir gemeinsam Strategien, wie sie ihr Gesundheitsverhalten verbessern können. Ich wünsche mir, dass immer mehr Arztpraxen das Potenzial dieser Beratungen sehen und chronic care einführen. Wir können viele Leistungen gleichwertig wie die Ärzte übernehmen und diese somit entlasten.

« Kommt ein Patient in eine Praxis, ist es das A und O, dass er dort auf aufgestellte Leute trifft. »

Hast du zum Schluss noch einen Wunsch für den Beruf MPA?Wenn ich an die Verantwortung denke, die der Beruf mit sich bringt, dann haben wir ein eher tiefes Lohnniveau. Es wäre schön, wenn sich das etwas anheben liesse. Unser Verband, der SVA, setzt sich hierfür ein. Doch natürlich geht es mir keinesfalls nur um Geld: Ich wünsche mir, dass alle MPA und MPK ihre Arbeit mit viel Freude, Empathie und Engagement ausüben.

Autor: Janine Wächter - Communications Manager

Als Expertin in Sachen Kommunikation präsentiere ich Ihnen vielseitige Inhalte im Bereich der Unterhaltung genauso wie Information zu unseren Partnern oder Teilnahmen an Messen und Events. Lassen Sie sich von mir auf unterhaltsame Weise informieren und geniessen Sie einen Einblick in die Facetten des Kreativbereiches der Gesundheitsbranche.

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